06.04.03 RoyBettys Making of zum Peugeot Contest
  13.01.03 Re(i)mbrandts Making of zum Cyber Comic
 
::: Aktuelles Special :::
RoyBettys Making of zum Peugeot Contest - Lob und Anregungen per Email...  
  So, da ich nun wieder etwas Luft habe, möchte ich nun der Anfrage des 3D Arena Teams nachkommen und so etwas wie ein „Making of“ machen.
Die Idee zur Teilnahme am Peugeot Contest kam, wie so oft, durch Zufall.
Ich hatte das in irgendeinem Forum aufgeschnappt und da ich ja schon vorher ein paar Wagen gemacht habe, fand ich, dass es eine gute Idee wäre.
 
 
Arbeitsweise

 

       
 
Entstehungsgeschichte des "Lion"
 
               
                 
 
 
 
 
Arbeitsweise
   
Zu Beginn vielleicht ein paar Tipps zum Bauen.
Dies soll nicht als Tutorial dienen, sondern legendlich meine Arbeitsweise erklären.
 
 
 

Die am häufigsten benutzten Shortcuts sind Ctrl+C und Ctrl+V. Will heißen, dass ich oft einzelne Elemente kopiere und in einer neuen Datei bearbeite.
Dies ist zum einen für die Übersicht gut und zum anderen werden meine Daten irgendwann so groß, dass sich die Originalszenen nur noch schlecht bearbeiten lassen.

Es ist sinnvoll, zwischendurch ein leeres Objekt zu kopieren. Kopiert man größere Objekte von einer Szene in eine andere, bleibt das Objekt im Arbeitsspeicher, was extrem bremsen kann. Zwischendurch schließe ich sogar das komplette Programm, um den Speicher zu leeren.

 

Beim Rendern sollte man den Bildmanager in der Taskleiste lassen, also nicht beim Rechnen zusehen und was mir aufgefallen ist:
Man sollte vermeiden, beim Start des Renderers andere Programme zu öffnen, oder in anderen Programmen zu arbeiten. Die Möglichkeit besteht zwar, wer allerdings mal den Taskmanager beobachtet wird feststellen, dass die Speichernutzung von Cinema extrem nach unten tendiert. Nur das kurze öffnen z.B. von Outlook kann dazu führen, dass Cinema - anfangs mit über 600 MB arbeitend - auf 12 MB reduziert wird. Bei wirklich großen Bildern (300 DPI) sollte man also den Rechner lieber in Ruhe lassen.

Für Fahrzeuge benutze ich am Anfang oft einen Block in den richtigen Maßen, damit die Maße des Fahrzeuges hinterher auch stimmen. Dazu gehören Reifendummys für den Radstand und die Breite. Damit das Licht nicht irgendwo durchscheint und man auch spiegelnde Bodenflächen nehmen kann, baue ich bei den Autos immer einen Unterboden mit Radkästen.

   

Für die finalen Bilder benutze ich immer Photoshop.
Dazu gehören Filter und Kontrasteinstellungen, sowie Farbeinstellungen.

Hinzu kommt hier das Ausmerzen von kleinen Fehlern und eventuell das Layout (also Rahmen, Text, etc.)
Was das Thema Nachbearbeitung betrifft hat es schon einige Diskussionen gegeben. Dass ich den Contest gewonnen habe liegt auch zum großen Teil an der Qualität der eingereichten Bilder (Laut Peugeot und einiger Reporter die mich interviewt haben).
Von daher gehe ich davon aus, dass meine Arbeitsweise nicht falsch sein kann.
Allerdings schreibe ich auch nichts vor.
Jeder also so wie er kann oder will :-)

   
Die häufige Anfrage nach einem Tutorial kann ich nicht erfüllen. Es gibt bei mir keine Tricks oder Tipps die man nicht auch im Netz finden kann. An vorderster Stelle sind hier die Tutorials auf c4d-treff genannt. Das Tutorial „Wie man ein Gesicht baut“ entspricht meiner Vorgehensweise.

 

Ich benutze die Standardtexturen, oft SLA Shader.
Eine Standart GUI. Ich habe bis auf Texturechange keine PlugIns geladen und arbeite nur mit einem 800 Pentium. Ich benutze kein Caustic und kein Radiosity, selbst die HDRI Fakes habe ich bisher nicht genutzt. Ich fertige keine Zeichnungen an und benutze auch keine gescannten Zeichnungen zum Nachbauen. Teilweise weiß ich noch nicht einmal was die Leute meinen, wenn sie mich nach Boxmodelling oder ähnlichem fragen :-)

 

 

Zum Schluss noch ein Tipp zu einem Bild.
Wer mal wirklich ein schönes Bild seiner Arbeit haben möchte, dem empfehle ich dieses in A3 zu Rendern
(ca. 5000x4000 Pixel für 300 DPI).
Diese dann ungefähr 40 MB große Datei einfach bei einem Fotohändler abgeben und ein normales Foto
(vielleicht Din A5) entwickeln lassen.
Spätestens in dieser Auflösung kann man sehen, was es heißt, ein fotorealistisches Bild zu machen.

 
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Entstehungsgeschichte des "Lion"
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Erstmal habe ich mir ein paar ältere Peugeot Wagen angeschaut,
wobei ich dann auf den 402 gestoßen bin.
Ich fand den großen Grill und die innen liegenden Scheinwerfer interessant sowie einige andere kleine Elemente auch.
Ab diesem Punkt war schon klar, dass der Wagen zwei Farben und eine geteilte Windschutzscheibe bekommen würde.

 
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Angefangen habe ich mit der Felge.
Meine Idee dazu war eine Radkappenfelge,
wie bei einem alten Käfer, allerdings als Alu Tiefbettfelge mit Niederquerschnittsreifen.

Ohne Zeichnungen machte ich mich sofort an die Umsetzung.

   
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Es entstand ein Kombi, welcher mit seinem gesamten Äußeren zwar retrofuturistisch wirkte, mir aber z.B. durch die verchromten Radkappen dann doch zu amerikanisch erschien.

 
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Nach vielen Änderungen an der Frontpartie gab ich nach einiger Zeit auf.
Der Wagen war etwa zu 70% fertig (nach guten 50 Stunden Arbeit) als mir die Idee zum Havanna kam.

 
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Der Kombi hatte schon einen ähnlichen Grill wie ich ihn beim Havanna haben wollte, nur sollte er beim Havanna viel größer werden (also mehr Ähnlichkeit zum 402).
Die Idee war also diesmal ein Sportwagen.
Fast alle meine Wagen sind sportlich, was zum einen in der Faszination liegt und zum anderen auf der Tatsache beruht, dass uns die Autohersteller schon genug mit langweiligen Autos totschlagen.
Auch bei dem Havanna fing ich wieder mit der Felge an.

 
 

Der Havanna war also der Vorläufer zum Lion, nahm ungefähr 120 Stunden in Anspruch
und war, wie mir schien, schon ziemlich gut.

Einige werden jetzt sagen „puhh“, 120 Stunden sind ein bisschen viel.
Das stimmt, aber gut Ding will schließlich Weile haben und es handelte sich hier ja auch um keine Auftragsarbeit sondern um mein Hobby. Dass die Konkurrenz zum großen Teil aus Designern bestand, die Industriedesign oder Kraftfahrzeugdesign studieren, war mir klar.
Also musste ich, um mithalten zu können, mir halt ein wenig Mühe geben.

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Als der Wagen fertig war, hatte ich das Retrodesign bis zur letzten Schraube voll ausgereizt.
Nach ein paar Tagen Pause fand ich den Havanna aber gar nicht mehr so futuristisch und nach ein bisschen rumbasteln an dem Grill, kam ich zu der Form wie sie jetzt beim Lion zu sehen ist.

 

 
Übrigens hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt Minority Report noch nicht gesehen. Nach dem dieser Vergleich hier und da aufgetaucht war, hab ich mir den Film dann auch angesehen. Über die Ähnlichkeit mit dem Lion kann man sich streiten, es reicht mir aber zu wissen, dass meine Form durch das „doing“ entstanden ist und im Vergleich zum Lexus eigenständig ist.
Die Idee für das weit nach vorne gezogene Cockpit hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Diese kam erst beim weiteren Experimentieren mit dem Grill.
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Für den Lion brauchte ich ca. 50 Stunden, die Licht- und Textureinstellungen hatte ich ja beim Havanna schon ausgereizt. Dem Einen oder Anderen wird dabei vielleicht aufgefallen sein, dass ich die Felgen vom Havanna dem Lion gegeben habe.

 
Da ich den Havanna schon früh verworfen habe, aber das Modell zum Löschen zu schade war, bastelte ich noch schnell eine Szene drum herum (das Bauen der Parkplatzszene nahm ca. fünf Stunden in Anspruch).
Dieses Bild stellte ich dann in verschiedenen Internet-Galerien online, in welchen der Havanna die zweitbeste Wertung nach dem Lion erhielt.
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Dass man bei Peugeot mehrere Projekte abgeben konnte, habe ich erst später erfahren und so kam es, dass ich den Havanna zusammen mit dem Lion einreichte; übrigens mit anderen Felgen für den Havanna.

 

Normalerweise versuche ich immer eine Pause einzulegen, bevor ich ein Modell fertig stelle.
Ich halte diesen Abstand für wichtig, um die eigene Objektivität zu wahren.
Diese Zeit hatte ich für den Lion leider nicht mehr. So gibt es im Nachhinein Einiges, das ich ändern würde bzw. ändern wollte, dann aber nicht mehr geschafft habe.

Kameras an Stelle von Spiegeln sowie schmalere Scheinwerfer (Glasfaserlampen) hätten den Lion noch futuristischer gemacht.
Da es zum Sieg gereicht hat, nehme ich es einfach mal so wie es ist.

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An dieser Stelle möchte ich noch mal das Thema Minority Report ansprechen. Es hat auch einige gegeben, die auch eine Ähnlichkeit mit dem Bugatti Veyron sahen.
Bei Minority Report konnte ich das noch verstehen.

 
 

 

Den Lion mit dem Bugatti zu vergleichen, weil der Lion einen Chromgrill hat, finde ich sehr befremdlich.
Um es kurz zu machen, der Lion hat auch Ähnlichkeit mit dem Audi Avus.

 

 

Da der Lion aber auch vier Reifen hat, besteht auch Ähnlichkeit mit anderen Fahrzeugen :-). Übrigens bin ich überzeugt davon, dass Peugeot keinen Lexus, Bugatti oder Avus nachbaut.

 

 

Ich glaube, dass spätestens bei Peugeot eine Ähnlichkeit mit einem bestehenden Fahrzeug nicht zum Sieg geführt hätte.
Dass mehrere Automagazine den Lion auf eine Stufe mit dem Bugatti stellen, im Sinne der Qualität, ist natürlich das größte Lob, das man sich vorstellen kann

 
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Immerhin gehört der Bugatti zu den teuersten Autos, die man für Geld kaufen kann. Was auch in Genf auffiel. Neben den Designstudien und dem Maybach war er der einzige Wagen auf dem Genfer Automobilsalon, der nicht begehbar war.

Sehr exklusiv, wenn man bedenkt, dass man z.B. im Ferrari, Bentley, Aston Martin oder Rolls Royce Probesitzen durfte.

Dass ich im Contest soweit komme, hätte ich nicht gedacht. Schließlich war ich als Amateur im doppelten Sinne ins Rennen gegangen. Zum einen habe ich nie Kraftfahrzeugdesign studiert und zum anderen sind meine Bilder qualitativ zwar sehr hochwertig, aber ich arbeite erst seit gut einem Jahr im 3D Bereich. Also auch zeitlich gesehen ergab sich eine weitere Amateurhaftigkeit.

 
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Nachdem die Mitarbeiter von Peugeot mir versichert haben, dass meine Projekte in der Marketingabteilung für großes Aufsehen gesorgt haben, bekomme ich langsam Bedenken, was meine jetzige Tätigkeit betrifft :-)

Peugeot hätte am liebsten den Havanna mit in den Contest gebracht. Da aber nur ein Fahrzeug pro Designer vorgesehen war, entschied man sich für den Lion.

Allerdings wird Peugeot den Havanna in einem „Making of“ integrieren. Die Namensänderung vom Lion in "4002" gefällt mir weniger.
Aus rechtlichen Gründen wollte Peugeot aber auf Nummer sicher gehen.

 
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Wen es interessiert, der kann hier schon mal vorab ein paar
Infos über den Prototypen
haben:

Das Monoque wird aus einem Polysterol ähnlichen Block gefräst, darüber kommt eine Karbonhaut für die Endform.
Aus dieser Form werden die Fensteröffnungen geschnitten und durch Plexiglas ersetzt, das von innen schwarz lackiert ist.

Die Felgen (22 Zoll) sind echt und funktionsfähig; die Reifen werden bei Michelin von Hand angefertigt. Wenn das Monoque fertig lackiert ist, kommen die ganzen Einzelteile wie Chromgrill, Lamellen, etc. an die Reihe.
Und! Was besonders schön ist:
der Lion wird funktionsfähige Scheinwerfer, Blinker und Rücklichter bekommen.

 

Die Herstellungskosten liegen bei … hm ... also ich würde sagen, dafür kann man sich schon ein kleines Haus im Grünen kaufen.

Will heißen, dass Peugeot sich das Einiges kosten lässt. Damit will ich nicht angeben, ich kann Euch versichern, dass ich lieber das Geld als den Wagen hätte. Vielleicht?! :-)

Nach der IAA kommt der Lion in das Peugeot Museum bei Paris, wo er für die Öffentlichkeit weiterhin zugänglich ist. Im Laufe dieser Zeit wird der Wagen dann auch für verschiedene Ausstellungen und Showrooms bereitgestellt.
So kann es durchaus passieren, dass der Lion eines Tages bei Eurem Peugeothändler im Ausstellungsraum steht.

Hoffentlich mal im Ruhrpott. :-)

 
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Was das für mich bedeutet? Persönlich gesehen ist das wie ein Sechser im Lotto.

Eine Marketingmaschinerie, die man gar nicht bezahlen kann und eine Referenz die nur wenigen vorbehalten ist (Bis jetzt! Der eine oder andere Contest wird ja noch folgen!), sowie hoffentlich eine Zukunft über die ich mir keine Gedanken machen muss.

 
 
 

Was für den einen unwichtig ist, ist für den anderen ein Stück zum Glück.
Dass ich sagen kann „ der da drüben, den habe ich gemacht“,
ist für mich persönlich die Erfüllung meiner Träume.

Zum Schluss noch mal einen Dank an alle, die mich in meinen Arbeiten
durch ihre Votings und Kommentare bestätigt haben.

Ohne positive Resonanz hätte ich das bestimmt nicht weiter verfolgt.

Gruß Stefan (RoyBetty)

www.firstsignal.de

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Copyright 2003 by Stefan Schulze (alias RoyBetty)